Aufzucht & Haltung

Männliche Kälbchen aus der Milchviehhaltung eignen sich nicht als Mastbullen. Deswegen werden sie bereits nach etwa 8 Monaten geschlachtet.

Männliche Kälbchen aus der Milchviehhaltung eignen sich nicht als Mastbullen. Deswegen werden sie bereits nach etwa 8 Monaten geschlachtet.

Tiergerecht und verantwortungsbewusst

Die Tiere | Transport und Einstallung | Stallhaltung | Futter

Die Tiere

Bei den Kälbern, die in unseren Mastbetrieben ankommen, handelt es sich um männliche Tiere. Sie stammen von deutschen Milchviehbetrieben, wo jede Kuh einmal pro Jahr kalbt, um Milch geben zu können. Während die weiblichen Kälber meist wieder zur Nachzucht im Milchviehbetrieb eingesetzt werden, sind die männlichen Kälber zur Mast vorgesehen. Sie finden Verwendung in der Kälbermast oder in der übrigen Mast von Rindern wie der Bullenmast.

Transport & Einstallung

Die Bullenkälber verbringen die ersten zwei Wochen ihres Lebens im Herkunftsbetrieb, denn grundsätzlich dürfen Kälber erst ab der dritten Lebenswoche transportiert werden. Da die Kälber, die in unsere Mastbetriebe aufgenommen werden, in aller Regel aus unterschiedlichen Herkunftsbetrieben stammen, unterscheiden sie sich zunächst auch stark in Bezug auf ihre Trink- und Futtergewohnheiten.

Die ersten acht Wochen leben die Tiere in Einzelboxen, um sich an das Leben im Stall zu gewöhnen.

In den ersten vier bis sechs Wochen leben die Tiere in Einzelboxen, um sich an das Leben im Stall zu gewöhnen.

Sie leben daher in den ersten vier bis sechs Wochen in Einzelboxen, damit der Landwirt sie besser beobachten und anfüttern kann. Die Boxen sind so groß, dass sich das Kalb darin frei bewegen kann.
Durch die Einzelhaltung soll auch verhindert werden, dass sich die Tiere in dieser sehr krankheitsanfälligen Frühphase gegenseitig anstecken. Allein sind die Kälber dabei aber trotzdem nicht, denn die Boxen sind seitlich offen, so dass sich die Jungtiere nicht nur sehen können, sondern auch Berührungskontakt haben. Auf diese Weise bekommen die Bullenkälber schon von Beginn an die Gelegenheit, sich an die zunächst fremden Artgenossen zu gewöhnen. Für den Landwirt ist die Einzelhaltung der Kälber besonders arbeitsintensiv: Dabei werden die Trinkgeschwindigkeit, die aufgenommene Futtermenge und die Verdauung genau beobachtet – denn in diesen ersten Wochen werden alle Kälber per Hand einzeln gefüttert!

Stallhaltung

Wenn die Kälber etwa vier bis sechs Wochen alt sind, werden sie entsprechend der Beobachtung des Landwirts zu einzelnen Gruppen zusammengestellt. Innerhalb der Gruppe können sich die Kälber frei bewegen. Besonders wichtig für eine gute Entwicklung ist dabei ein natürlicher Wechsel zwischen Licht und Dunkelheit. Mindestens zehn Stunden pro Tag müssen die Ställe möglichst gleichmäßig beleuchtet sein, was durch Stallfenster sowie Lichtanlagen gewährleistet wird. Der Tierschutz schreibt eine Lichtstärke von mindestens 80 Lux vor, das ist etwas heller als eine durchschnittliche Wohnzimmerbeleuchtung.

Die übliche Kälbermast findet in geschlossenen Ställen statt. Die Stallhaltung ermöglicht es, die Kälber unter kontrollierten, gleich bleibenden Bedingungen zu halten. Die klimatischen Verhältnisse und die Fütterung können dem Alter der Tiere exakt angepasst werden. Es werden Techniken eingesetzt werden, die einerseits den Ansprüchen der Tiere gerecht werden und andererseits wesentliche Arbeitserleichterungen für den betreuenden Landwirt bedeuten. Auch die vorgeschriebene tierärztliche Betreuung lässt sich in geschlossenen Ställen praxisnah durchführen. Im Krankheitsfall sind individuelle Einzeltierbehandlungen möglich. Stalleinheiten von ca. 500 Tieren gelten als Größenordnungen, die eine derzeit optimale Versorgung und Betreuung der Tiere ermöglichen.

Die Mast von Kälbern ist ein hoch spezialisierter Betriebszweig in der Landwirtschaft. Er fordert von den Landwirten große Erfahrung und die Bereitschaft, sich mit all seinen Kräften der Tierhaltung verantwortungsvoll zu widmen.

Futter

Das Futter für Kälber auf einer Hand

Die Tiere bekommen eine Mischung aus Kraftfutter, Getreide und Stroh zu fressen.

Neben der Haltung spielt auch das Futter eine wichtige Rolle für die Gesundheit der Kälber. In unseren Mastbetrieben wird eine Raufuttermischung verfüttert, die sich aus Kraftfutter, Getreide und Stroh zusammensetzt. Dazu bekommen die Tiere zweimal am Tag eine Milchtränke, die hauptsächlich aus Molke besteht. Wasser können die Kälber natürlich jederzeit trinken. Grundsätzlich werden die Tiere gemäß den gesetzlichen Bestimmungen vegetarisch ernährt. Es kommen also weder Tiermehl noch Tierfett zum Einsatz. Das unterscheidet das deutsche gegenüber dem in anderen Ländern erzeugte Kalbfleisch unterscheidet.

Bei der Fütterung sind die Landwirte unserer Mastbetriebe trotz moderner Technik immer noch selbst dabei und beobachten, wie die Tiere saufen und fressen. Wissen und Erfahrung mit den Kälbern sind bis heute unersetzlich, wenn es um die Aufzucht und Pflege von Jungtieren geht.

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